Die Nachfolge im Familienunternehmen: Was bei der Übergabe schiefgehen kann

 

 

In Deutschland gibt es seit 100 Jahren keine Monarchie mehr – richtig? Falsch. Denn jede Unternehmerfamilie, jedes Familien-unternehmen ist eine eigenständige Monarchie.

 

In der Generation der Unternehmer, deren Firmen in den nächsten Jahren vor der Übergabe stehen, sind es traditionell meist die Väter, die übergeben wollen oder zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen übergeben müssen. Wie in jeder alten Monarchie ist der erstgeborene Sohn für die Nachfolge vorgesehen und wird ganz selbstverständlich daraufhin erzogen.

 

Stellen Sie sich bitte vor, das Familien- und Firmenoberhaupt denkt über eine Unternehmensübergabe nach. Auch hier hat der „König“ seine Berater, sprich Steuerberater, Banker, Rechtsanwälte und Notare, die ihm mit ihren Fachkenntnissen zur Seite stehen. Bis hierhin ist alles gut. Neben der finanziellen und rechtlichen Seite wird nur leider oft vergessen, dass es sich vor allem auch um eine Familie handelt. Da spielen Gefühle und Erwartungen eine große Rolle.

 

Sehen wir uns doch mal die möglichen Beteiligten in dieser Konstellation an:

 

Da gibt es den Vater, der vielleicht die Firma aufgebaut, aber auf jeden Fall bislang erfolgreich geführt hat. Dann die Ehefrau des Unternehmers, die gleichzeitig die Mutter der Folgegeneration ist. Wenn sie nicht nur für die Familie und „den Rücken freihalten“ für ihren Mann zuständig war, sondern auch in der Firma mitgearbeitet hat, blieb sie doch meist im Hintergrund.

 

Nehmen wir mal an, es gibt mehrere Kinder. Auch mindestens eine Tochter. Durch die vielen Möglichkeiten der Ausbildungen usw. haben alle Kinder erstmal die gleiche Chance in einem Beruf erfolgreich zu sein. Weitere Personen, die hier eine Rolle spielen, sind die Partner der Kinder und evtl. deren Familien (ggfs. ebenfalls Unternehmer).

 

Aus meiner Erfahrung stellen sich deshalb im Rahmen der Übergabe eines Familienunternehmens folgende Fragen und Herausforderungen:

 

Vor der Übergabe ist zu klären

 

Ist schon klar, welches “Kind” die Firma übernehmen soll?

 

Will und kann das “Kind” das auch?

 

Wie stehen die Geschwisterkinder (und deren Lebenspartner) dazu?

 

Was ist mit dem/der Lebenspartner/in des übernehmenden “Kindes” bzw. der Erwartungshaltung aller Beteiligten an diese Person?

 

Zieht sich der Senior nach der Übergabe zurück oder ist er/sie noch weiterhin involviert?

 

Während und nach der Übergabe könnte es zu folgenden Konflikten kommen

 

Der Senior kann nicht loslassen. Er hat sich für sich keine Alternativen (z.B. ein Hobby) für die Zeit nach der Übergabe überlegt und „fällt in ein Loch”.

 

Der Senior kontrolliert den Firmennachfolger und mischt sich ständig in die Unternehmensleitung ein. Er traut dem Junior nicht wirklich zu, die Firma erfolgreich führen zu können.

 

Der Junior will seinen eigenen Stil und seine eigenen Vorstellungen umsetzen und wehrt sich gegen die “Bevormundung” des Seniors. So kann er auch keinen Rat von dem Vater annehmen.

 

Der Junior ist sich unsicher, ob er das Unternehmen wirklich übernehmen will und es allein führen kann. Er behält seine Bedenken aber für sich, weil er seine Eltern nicht enttäuschen will.

 

Die Ehefrau des Seniors und Mutter des Juniors „sitzt zwischen allen Stühlen”.

 

An den/die Lebenspartner/in des Juniors werden Erwartungs-haltungen gestellt, die diese/r nicht erfüllen kann oder will (z.B. den eigenen Beruf aufzugeben um in dem Familienbetrieb mitzuarbeiten).

 

Die Geschwisterkinder mischen sich ständig ein oder wollen ausgezahlt werden. Oder die Lebenspartner der Geschwisterkinder versuchen Einfluss über ihre Partner zu nehmen…

 

Egal, welche Art der Unternehmensübergabe Sie wählen:

 

Entscheidend ist die rechtzeitige, gute Vorbereitung zusammen mit Ihren Beratern auf der rechtlich-kaufmännisch-strategischen Ebene. Aber auch, dass Sie die menschliche Seite während des ganzen Prozesses mit Herz, Verstand und Einfühlungsvermögen bewältigen.

 

Kluge Unternehmer suchen dabei Unterstützung: Lassen Sie uns darüber sprechen, ob ich für Sie diese Hilfe sein kann. Ich freue mich auf Ihren Anruf!

 

>>> Beratung und Begleitung von Unternehmerfamilien vor, während und nach dem Generationsübergang <<<

 

–  Möglich sind auch „Notfall-Coachings“ von einzelnen Beteiligten –

 

 

Anmerkung:

 

Da es bisher bei der Nachfolge im Familienunternehmen oft der Familienvater ist, der bislang die Firma geleitet hat, verwende ich im Text die männliche Form für den Übergebenden und die weibliche Form für den Ehegatten. Der “Junior” kann natürlich auch die Tochter sein. Auch hier wähle ich der Einfachheit halber die männliche Form, möchte aber ausdrücklich darauf hinweisen, dass immer öfter die Töchter die Nachfolgerinnen sind.