„Michaela“ ist ein weiblicher Vorname…

 

Mein Name ist Michaela. Michaela Thrun. Also sollte eigentlich klar sein, dass ich „Frau“ Thrun bin, oder?

 

 

Sie fragen sich jetzt vielleicht: „Was soll das? Warum schreibt sie über ihren Namen?“ Ja, dass würde ich wohl auch denken, wenn ich einen ähnlichen Text von jemand Anderen lesen würde.

 

Namen gehören zu uns. Sie machen was mit uns – und mit den Menschen mit denen wir in Kontakt kommen. Deshalb geben Eltern ihrem Kind ja auch nicht „mal schnell irgendeinen Namen“, sondern überlegen oft recht lange, wie ihr Kind heißen soll. Und wie Vorname und Familienname zusammen klingen.

 

Immer wieder beschäftigen sich die Medien mit diesem Thema. Ebenso die Wissenschaft. Erinnern Sie sich, vor ein paar Jahren ging es groß durch die Presse wie „Kevin“, „Jacqueline“ oder „Chantal“ dem Kind schon in der Schulzeit Nachteile bringen. Das zieht sich bis ins Berufsleben durch. Mit diesen Namen verbinden die Menschen die Herkunft der Kinder mit der gesellschaftlichen „Unterschicht“. Futuristische Vornamen, wenn sie denn genehmigt werden, können für die sie tragenden Menschen auch zur Qual werden.

 

Finanziell sehr gut gestellte Familien geben ihrem Nachwuchs hingegen oft „alte“ Vornamen. Oder – wie es auch in der Vergangenheit fast immer bei Unternehmerfamilien war – die Namen der Vorfahren. Jeder erstgeborene Sohn bekam damals den Vornamen, den schon die Väter der vergangenen Generationen trugen.

 

Ganz selbstverständlich ging man davon aus, dass die Söhne die Unternehmen weiterführen würden und darum hieß es oft „Firma Mustervorname Mustermann und Sohn“. Aber das ist ein anderes Thema…

 

Aber kommen wir zurück auf den Anlass für meinen Artikel.

 

Wenn man – in diesem Fall ich – nicht richtig angesprochen wird, finde ich es schlicht respektlos und wenig wertschätzend. Jedenfalls wenn ich schon mit jemandem in Kontakt stehe.

 

So kommt es immer wieder vor, dass ich geschäftliche Mails bekomme, wo jemand etwas von mir will. Oder wir schon im Austausch stehen. Ich mich z.B. für eine Veranstaltung angemeldet habe und dann die schriftliche Bestätigung bekomme oder oder …

 

Ich unterschreibe nicht mit „M. Thrun“, sondern „Michaela Thrun“. In meiner Signatur sind weitere Angaben zu finden, dass ich eine Frau bin – „Systemischer Coach & Unternehmer-Beraterin“. Manchmal musste ich vorher schon in einem Formular eintragen, welches Geschlecht ich habe.

 

Und dann kommt eine Mail mit: „Sehr geehrter Herr Thrun, wir freuen uns sehr…“ Da werde ich stinkig. Die wollen mit mir arbeiten? Womöglich noch mein Geld? Ich möchte mal sehen, wie ein Mann reagieren würde, wenn er mit „Sehr geehrte Frau Mustermann“ angesprochen wird… Allerdings glaube ich nicht, dass das passiert.

 

Vor kurzem setzte noch jemand dem Ganzen die Krone auf. Angeblich schrieb mir eine Frau (sah ich an der Unterschrift mit einem weiblichen Vornamen) mit „Herr Thrun“. Da ich auf dieses Schreiben antworten musste, habe ich darauf hingewiesen, dass ich „Frau Thrun“ bin. Woraufhin ich ein Antwortschreiben bekam, dass in etwa so lautete: „Ich bitte um Entschuldigung. Da war unsere Frau Absenderin wohl mit den Fingern auf der Tastatur schneller als mit ihren Gedanken.“ Eine bodenlose Unverschämtheit der Kollegin/Mitarbeiterin gegenüber. Der Hammer war aber, dass dieser „Schreiberling“ die Signatur von der Dame einfach übernommen hat! Vom Text abgesehen sah es also so aus als wenn „sie“ wieder geantwortet hat…

 

Das konnte ich so nicht stehen lassen und habe geantwortet: „ Sehr geehrter „Herr“ – ich kann mir nicht vorstellen, so ein Schreiben von einer Frau zu bekommen, daher gehe ich davon aus, dass dieses Schreiben ein Mann verfasst hat…“ – Bitte nicht falsch verstehen, ich werfe hier ganz sicher nicht alle Männer in einen Topf. Und – normalerweise antworte ich auf „Herr“ nicht. Der Kontakt ist für mich erledigt.

 

Achten Sie bei Ihrer nächsten Post an eine Frau bitte darauf, wie Sie sie anreden. Es könnte Ihr Vorteil sein. Oder eben nicht nur Ihr Nachteil, sondern auch der Ihres Unternehmens.

 

In der Hoffnung auf mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung Ihren Mitmenschen gegenüber grüßt Sie

 

Ihre Kommunikations-Expertin

Michaela Thrun